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Neuigkeiten aus dem Museum - Unsere Forschung

Aliens unter uns – eine Begegnung mit der sechsten Art

Das Team um den Biologen Sven Erlacher vom Chemnitzer Naturkundemuseum hat ein Insekt entdeckt, ...

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Gratulation zum Posterpreis

Zur Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft (26.-29.03.2017, Westfälische ...

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Weitere Organismengruppe im Versteinerten Wald entdeckt

US-amerikanische Forscherin unterstützt das Museum für Naturkunde

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Versteinerter Skorpion bekommt einen Namen

In einem vom Museum für Naturkunde Chemnitz zusammengestellten Team von Wissenschaftlern aus Deutschland, Großbritannien und den USA gelang jetzt die wissenschaftliche Bearbeitung der weltweit ersten komplett erhaltenen fossilen Skorpione aus dem Perm (291 Millionen Jahre). Die Funde der Wissenschaftlichen Grabung Chemnitz-Hilbersdorf (2008-2011) vereinen eine vorher noch nicht bekannte Merkmalskombination zwischen den ursprünglichen Skorpionen der Erdgeschichte und den heute lebenden Formen. Aus diesem Grund wurde für die Chemnitzer Funde ein neuer Artname erforderlich. Zu Ehren des Chemnitzer Geologen Bernd Tunger wurde die Art Opsieobuthus tungeri genannt.

Die Überlieferung der Skorpione im originären Lebensraum ist eine große Besonderheit. Denn an Land lebende Tiere können oft nur fossil erhalten werden, wenn sie in Wasser fallen oder deren Körper mit Wasser bzw. Schlamm bedeckt wird. Hier in Chemnitz sorgte die Aschewolke des Vulkanausbruchs für die Konservierung an Ort und Stelle. Eines der Exemplare wurde unter einer Baumwurzel in seiner Höhle vom Vulkanausbruch überrascht und so für die Nachwelt überliefert. Das zweite Fossil befand sich nur zwei Meter davon entfernt.

Die Chemnitzer Fossilen zeigen ein Paar kammförmiger Sinnesorgane an der Unterseite des Körpers. Bei heutigen Skorpionen dienen diese chemosensorischen Organe auch dazu, potenzielle Fortpflanzungspartner zu „riechen“. Die Form und Gestalt der Kammorgane unterscheidet sich zwischen Männchen und Weibchen. Da diese Unterschiede bei den Chemnitzer Skorpionen nachgewiesen werden konnten, handelt es sich um ein männliches und ein weibliches Individuum – vielleicht sogar ein Pärchen. Kurioser Weise wurden die beiden Fossilien bereits zum Zeitpunkt des Fundes mit „Jogi“ und „Birgit“ korrekt bezeichnet.

Etwa 2.000 lebende und 130 fossile Skorpionarten sind derzeit bekannt. Der Großteil der fossilen Arten stammt aus dem Erdzeitalter Karbon (vor 299 bis 359 Millionen Jahren), aber kein einziger Fund war bisher aus dem Perm (vor 252 bis 299 Millionen Jahren) bekannt. Somit schreiben die Funde aus Chemnitz Paläontologie-Geschichte für diese Zeit.

Die wissenschaftliche Arbeit wurde gerade im internationalen Journal BMC Evolutionary Biology (London) veröffentlicht. Ein wesentlicher Impuls für die Bearbeitung der permischen Fauna aus Chemnitz wurde mit dem von der VolkswagenStiftung Hannover geförderten Symposium und der Förderung „Forschung in Museen“ gesetzt (Projektnummer I-84638). Die anschließende Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Vorhaben „Untersuchung eines vulkanisch in-situ erhaltenen Wald-Ökosystems“ „ermöglichte nun die Bearbeitung und Publikation der Ergebnisse (Projektnummer RO 1273/3-1).

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Museum für Naturkunde Chemnitz | Moritzstraße 20, 09111Chemnitz
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