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Vier Fragen an Isabelle Klaus

Mit unserer neuen Museumspädagogin im Interview

Wo sind ihre Wurzeln?

Ich bin mit drei Geschwistern im Nordwesten Thüringens aufgewachsen. Meine Familie wohnte in dem ehemaligen Zisterzienserkloster Anrode. Bis zu meinem zwölften Lebensjahr konnte ich abseits des normalen Dorflebens mit meiner älteren Schwester viel Zeit in den umliegenden Wäldern verbringen. Schon damals fühlte ich mich der Natur sehr verbunden und die Ruhe und Weite der Wälder haben mich in ihren Bann gezogen. Als ich dann mit zehn und sechzehn Jahren noch zwei Brüder bekam, verbrachte ich auch mit ihnen viel Zeit in der Natur und versuchte meine Faszination mit ihnen zu teilen.

Was fasziniert Sie besonders, und was sind Ihre persönlichen Werte?

Mit dem Ziel im Tourismus tätig zu sein, ging ich zum Geographiestudium nach Dresden. Jedoch zeigte sich schnell, dass ich Fragestellungen der physischen Geographie mit größerem Enthusiasmus verfolgte. Trotz meines großen inhaltlichen Interesses merkte ich bald, dass mich die rein wissenschaftliche Arbeit nicht komplett erfüllte. Vielmehr ist es die Verbindung von fachlicher Vermittlung und die Arbeit mit Menschen, insbesondere mit Kindern, die mich begeistert. Das stellte ich bereits vor dem Studium bei meiner Arbeit als Freizeitpädagogin auf der Burg Bodenstein im Ohmgebirge fest. Hier konnte ich außerdem meine Leidenschaft für das Theater ausleben, indem ich als Pippi Langestrumpf verkleidet die Sommerfreizeit mitgestaltete. Strahlende Kinderaugen und die unglaubliche Fantasie der kleinen Besucher spornen mich über die Arbeit hinaus an. Meinen eigenen Werten – Ehrlichkeit, Gewissenhaftigkeit und Bodenständigkeit – konnte ich dabei treu bleiben.

Mit welcher Grundstimmung kommen Sie nach Chemnitz?

Ich denke, dass Chemnitz als Stadt viel Potenzial hat – seien es kulturelle Projekte in ehemaligen Fabrikgebäuden oder die Entwicklung des Sonnenberges. Auch vom Charme des gründerzeitlichen Kaßberges war ich gleich begeistert. Ich bin mir sicher, dass es in Chemnitz viel zu entdecken gibt, und ich freue mich auf den Tapetenwechsel. Während der letzten zehn Jahre habe ich aber auch wunderbare Momente in Dresden erlebt. Das Geographiestudium, die erste eigene Wohnung, sonnige Momente an der Elbe – die Zeit in Dresden hat mich sehr geprägt, sodass ich mit einem großen lachenden und einem kleinen weinenden Auge nach Chemnitz komme.

Was wollen Sie im Museum für Naturkunde bewirken?

Ich freue mich riesig auf meine neue Tätigkeit. Die einzigartigen Exponate und die offene Gestaltung der Dauerausstellung sowie die Räumlichkeiten des museumspädagogischen Bereichs haben mich sehr beeindruckt. Gleichwohl möchte ich, dass sich das Bild von „langweiligen und verstaubten Museen“ wandelt, das noch in den Köpfen vieler Menschen verankert ist. Eine Möglichkeit sehe ich in der Integration neuer Medien in die Ausstellung, z. B. wären Exponate durch Apps virtuell erlebbar. Auch eine bildhaftere Sprache für die kleineren Besucher kann dem zuträglich sein. Ich wünsche mir, dass die Besucher interaktiv naturkundliche Zusammenhänge begreifen, Spaß haben und das Museum für Naturkunde immer wieder gern besuchen.

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Museum für Naturkunde Chemnitz | Moritzstraße 20, 09111Chemnitz
Öffnungszeiten Mo, Di, Do, Fr 9-17 Uhr | Sa, So 10-18 Uhr
www.naturkunde-chemnitz.de | info@naturkunde-chemnitz.de
Tel. 0371 - 488 45 51 | Fax 0371 - 488 45 97