Forschung ökologie Triops

Forschungsschwerpunkt Ökologie

Fragestellungen zur Verbreitung, Systematik, Verwandtschaftsbeziehungen sowie Habitatpräferenzen fossiler wie rezenter Arthropoden sind Schwerpunkt ökologischer und evolutionsbiologischer Forschungsarbeiten.

Leben unter extremen Bedingungen

Ist das Überleben im All möglich?

Mit Versuchen an der Außenseite der Internationalen Raumstation gehe ich dieser Fragestellung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum nach.

Lebensraumbedingungen

Das Vorkommen von Groß-Branchiopoden ist an kurzzeitig wasserführende Lebensräume gebunden. Dabei reicht das Vorkommen von mit Regenwasser gefüllten Fahrrinnen auf Truppenübungsplätzen bis hin zu Fischzuchtteichen im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Die Lebensraumcharakterisik ist für die Aufklärung der artspezifischen Gefährdungs­ursachen der in Deutschland gefährdeten und planungsrelevanten Gruppe der "Urzeit-Krebse" erforderlich.

In aktuellen Arbeiten steht das Vorkommen im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft im Mittelpunkt.

Morphologie disartikulierter Arthropodenfunde

Die Interpretation fossiler Belege ist entscheidend für das Verständnis erdgeschichtlicher Ökosysteme. In Forschungsarbeiten untersuche ich hierzu Hornsteine nach Arthropoden. Vergleichende morphologische Studien an Rezentmaterial sind für die Determination der disartikulierten Funde, d.h. die Fossilien sind nur in Einzelteilen vorhanden, essentiell.

Systematik

Die derzeitige Systematik der Groß-Branchiopoden basiert auf morphologischen Kriterien. Zunehmend werden genetische Daten phylogenetischer Analysen verfügbar. Die Synthese beider Methoden sowie die Sichtung der umfangreichen Sammlung des Naturkundemuseums Frankfurt - Senckenberg Museum sind Gegenstand dieser Arbeiten.


Forschungsnachrichten aus dem Bereich Ökologie

by T. Zierold

Weitere Organismengruppe im Versteinerten Wald entdeckt

US-amerikanische Forscherin unterstützt das Museum für Naturkunde

Seit Montag, dem 5. Dezember 2016, forscht Dr. Carla Harper von der University of Kansas am Museum für Naturkunde Chemnitz. In versteinerten Hölzern sucht sie nach Pilzstrukturen. „Das Material ist vielversprechend und genial“, so die Paläontologin, die ihren Deutschlandaufenthalt mit einem Forschungsstipendium der Humboldtstiftung finanziert.
Mit den zu erwartenden Ergebnissen kann für Chemnitz eine weitere Organismengruppe im permischen Ökosystem nachgewiesen werden – die Pilze.

Neben den wissenschaftlichen Errungenschaften zeigen die Arbeiten von Dr. Carla Harper, dass musealen Sammlungen ein unerschöpflicher Erkenntnisgewinn innewohnt. Dieser muss entdeckt und erkannt werden. Aus diesem Grund arbeitet das Museum für Naturkunde Chemnitz in einem internationalen Netzwerk mit anderen Forschungseinrichtungen zusammen.


by T. Zierold

Erste Ergebnisse der Untersuchung der Triops-Eier nach 13 Monaten im Weltall

Die aus einem Dauerei geschlüpfte Larve ist ca. 1 mm lang.

Die Chemnitzer Wissenschaftlerin Dr. Thorid Zierold hatte die Eier im Rahmen des Forschungsprojektes BIORISK des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln und dem Institut für Biomedizin der Russischen Akademie der Wissenschaften auf eine Weltraumreise geschickt. Auf der Erde schlüpfen aus diesen Eier nach 80 Jahren unter extremen klimatischen Bedingungen noch Krebse. Die Frage war, ob sie das nach einem längeren Aufenthalt im Weltraum ebenso können. Am 3.August 2011 wurden die Proben während eines Spacewalk an der biologischen Forschungsstation im Außenbereich der ISS montiert. Am 20. August 2012 brachte man ein Drittel der Proben wieder in das Innere der ISS und schickte sie am 17. September 2012 zurück auf die Erde.

Im Januar 2013 kamen die Proben im Chemnitzer Museum für Naturkunde an. Dr. Zierold untersuchte zunächst die morphologische Struktur der Eier und stellte fest, dass ein Großteil ohne sichtbare Beschädigung war.

Bisher führte sie zwei Ansatzreihen mit insgesamt 160 Dauer-Eiern durch. Im ersten Versuch schlüpften Larven aus 8 von 10 Versuchsansätzen zu je 10 Dauer-Eiern, die aber mit dem erreichen des Jugendstadiums direkt nach der Gestaltsumwandlung starben. Am 21. März startete sie einen erneuten Ansatz und konnte am 27. März Larven beobachten. Sie veränderte die Zuchtbedingungen geringfügig und hofft nun, dass sich die Tiere gut entwickeln werden.

Im Ergebnis ist festzustellen, dass die Embryonen im Innern der Eier nach 13 Monaten extremer Temperaturschwankungen, hoher ionisierender Strahlung und sehr hohem Vakuum überlebten. Es ist anzunehmen, dass die in mehreren Schichten aufgebaute Ei-Hülle als ein „Schutzschild“ fungiert.

Für Dr. Thorid Zierold stellen sich nun weitere Fragen. Unter anderem die, ob sich fortpflanzungsfähige Tiere entwickeln werden.

Dies ist das erste Experiment dieser Art mit der 220 Millionen Jahre alten Tiergruppe.


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Museum für Naturkunde Chemnitz | Moritzstraße 20, 09111Chemnitz
Öffnungszeiten Mo, Di, Do, Fr 9-17 Uhr | Sa, So 10-18 Uhr
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Tel. 0371 - 488 45 51 | Fax 0371 - 488 45 97